Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung legt Schwerpunkt auf nachhaltigen Fortschritt

Bei Themen wie Klimaschutz und Erneuerbaren-Ausbau finden sich viele Ziele aus dem Koalitionsvertrag in dem Bericht wieder. Ob die EEG-Umlage statt 2023 noch in diesem Jahr abgeschafft wird, ließ Bundeswirtschaftsminister Habeck bei der Vorstellung offen – die Möglichkeit werde aber derzeit geprüft.

„Corona-Krise überwinden, wirtschaftliche Erholung unterstützen, Strukturen stärken“ – das war 2021 der Titel des letzten Jahreswirtschaftsberichts der alten Bundesregierung. „Für eine Sozial-ökologische Marktwirtschaft – Transformation innovativ gestalten“ heißt nun der erste Bericht der neuen Koalition, den das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen hat. Dieser ist von positiven Vorzeichen geprägt: ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 3,6 Prozent, eine Zunahme der Erwerbstätigkeit, ein Ausbau der sozialen zur sozial-ökologischen Marktwirtschaft, mehr erneuerbare Energien. Aber auch: ein Anstieg des Verbraucherpreisniveaus um etwa 3,3 Prozent, maßgeblich getrieben durch hohe Energie- und Lebensmittelpreise.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) sagte bei der Vorstellung des Berichts am Mittwochnachmittag, dass jetzt die Weichen richtig gestellt werden müssten, um schnell raus aus der Krise zu kommen. „Investitionen, Effizienz und Tempo sind wichtig. Um Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu sichern, muss die wirtschaftliche Erholung zugleich mit effektivem Klimaschutz und nachhaltigem Fortschritt einhergehen“, so Habeck. Die Klimatransformation müsse in allen Politikbereichen verankert werden.

Im Bereich von Klimaschutz und erneuerbaren Energien erinnert der Bericht in weiten Teilen an den Koalitionsvertrag. So will die Bundesregierung das Klimaschutzgesetz fortentwickeln und in einem Klimaschutz-Sofortprogramm bis Ende 2022 alle hierfür notwendigen Gesetze, Verordnungen und Maßnahmen auf den Weg bringen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll beschleunigt werden, damit sie bis 2030 etwa 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs decken können, und zwar ohne dabei ökologische Schutzstandards abzubauen. Bei der Photovoltaik sollen bis 2030 rund 200 Gigawatt installierte Leistung erreicht werden. Die Finanzierung der EEG-Umlage über den Strompreis soll spätestens ab 2023 enden – Habeck zufolge wird derzeit geprüft, inwiefern es möglich ist, die EEG-Umlage noch in diesem Jahr abzuschaffen.

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Swissolar: Photovoltaik zur tragenden Säule der Schweizer Energieversorgung machen

Der Schweizer Solarverband appelliert an die Regierung, eine Stromproduktion von 50 Terawattstunden im Jahr 2050 anzustreben, wovon 45 Terawattstunden aus Photovoltaik-Anlagen stammen. Auch Greenpeace fordert vom eidgenössischen Parlament einen Solar-Sprint sowie attraktive Rahmenbedingungen für Investitionen in Speichertechnologien.

In der Schweiz haben die Beratungen zum Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien begonnen. Aus Sicht von Swissolar sind die darin bislang vorgesehenen Zielwerte für die Stromproduktion jedoch zu niedrig angesetzt, um sowohl die Versorgungssicherheit sicherstellen als auch das Netto-Null-Ziel 2050 zu erreichen: Statt 39 Terawattstunden Produktion im Jahr 2050 sollten 50 Terawattstunden anvisiert werden, wovon 45 Terawattstunden aus Photovoltaik-Anlagen stammen. Damit sei das Solarpotenzial der Schweiz nicht mal zur Hälfte ausgeschöpft.

Wie dieses Ziel erreicht werden kann, beschreibt Swissolar in einem 11-Punkte-Programm. Zum einen fordert der Verband eine leichte Erhöhung des Netzzuschlags um 0,5 Rappen pro Kilowattstunde (0,48 Euro-Cent) sowie eine einheitlich geregelte Abnahmevergütung, die sich nach dem Marktpreis richten, aber gleichzeitig eine Untergrenze aufweisen soll. Weitere notwendige Maßnahmen sind demnach eine optimale Integration der Photovoltaik in die Stromnetze und der Bau von Photovoltaik-Anlagen mit lokalem Eigenverbrauch, die ohne zusätzliche Fördergelder und teure Netzausbauten realisiert werden können. Einen besonderen Fokus legt Swissolar auf die Rolle der Elektromobilität. „Die verfügbare Tagesspeicherkapazität in Elektroautos wird größer sein als die heutige Tagesproduktion aller Schweizer Atomkraftwerke“, schreibt der Verband. Um dieses Potenzial zu nutzen, müssten die technischen Standards und politischen Rahmenbedingungen angepasst und Tarifanreize zur Regelung der Flexibilitäten am Netzanschlusspunkt geschaffen werden.

Die weiteren vorgeschlagenen Maßnahmen betreffen die Vereinfachung der Bewilligungspraxis auch für Freiflächenanlagen, die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften, die Beteiligung der Schweiz am Wiederaufbau einer europäischen Solarindustrie sowie den Abbau von unnötigen Zusatzkosten und administrativen Hemmnissen. Und in den Kantonen wäre es laut Swissolar sinnvoll, über die vielerorts bereits eingeführte Eigenstrompflicht bei Neubauten hinaus eine Pflicht zur Nutzung aller geeigneten Flächen auf Neubauten und bei Sanierungen einzuführen. Denn auf den Dach- und Fassadenflächen bestehender Bauten könnten 66 Terawattstunden Strom produziert werden und damit mehr, als die Schweiz zurzeit verbrauche.

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Lichtblick präsentiert Klimabilanz über die gesamte Energie-Lieferkette

In seiner Kalkulation des eigenen CO2-Abdrucks berücksichtigt Lichtblick den gesamten Lebenszyklus bei Produktion, Durchleitung und Verbrauch von Ökostrom und -gas. Beim Strom kommt der Versorger auf 33 Gramm CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde.

Im vergangenen Jahr war der Ökoenergieversorger Lichtblick für die Emission von 565.112 Tonnen CO2-Äquivalenten verantwortlich. Das geht aus der Klimabilanz hervor, die das Unternehmen jetzt vorgelegt hat. Fast 99,9 Prozent der Emissionen entfielen dabei auf die Lieferung von Strom und Gas an die Kunden. Bei dieser Rechnung berücksichtigt das Unternehmen den gesamten Lebenszyklus bei deren Produktion, Durchleitung und Verbrauch. Geleistete CO2-Kompensationen hat Lichtblick ausdrücklich nicht emissionsmindernd eingerechnet.

Beim Strom lagen die CO2-Emissionen bei 33 Gramm pro Kilowattstunde – Braunkohle-Strom kommt auf fast 1.200 Gramm. Zwar stammt der gelieferte Strom vollständig aus erneuerbaren Energien, Allerdings entstehen in der Lieferkette Emissionen, vor allem beim Bau der Öko-Kraftwerke sowie beim Netzbetrieb. Lichtblick beziffert diese für die gelieferte Strommenge auf 150.218 Tonnen.

Der Löwenanteil der CO2-Emissionen entfiel 2021 mit 414.397 Tonnen auf die Lieferung von fossilem Gas an Haushalte und Unternehmen. Zwar sind die Gas-Produkte auf dem Papier klimaneutral, da das CO2 nach dem Gold Standard in weltweiten Klima- Projekten kompensiert wird. Solche Kompensations-Projekte rechnet sich Lichtblick in seiner Klimabilanz jedoch nicht als emissionsmindernd an.

„Auch wenn CO2 ausgeglichen wird, bleiben Unternehmen für jede Tonne verantwortlich. Denn die globalen Klimaziele können nur erreicht werden, wenn CO₂ faktisch verringert und vermieden wird. Kompensation ist nur eine Zwischenlösung“, erläutert Corine Veithen, Klimaschutz-Expertin bei Lichtblick.

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Photovoltaik-Mieterstrom für bis zu 9000 Wohnungen in Stuttgart geplant

Die Stadtwerke haben mit der örtlichen Wohnungs- und Städtebaugesellschaft eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Insgesamt könnten damit Photovoltaik-Dachanlagen mit insgesamt 25 Megawatt realisiert werden, wobei der Solarstrom zur Versorgung der Mieter genutzt wird.

Einen neuen Schub für Photovoltaik-Mieterstrom könnte es in Stuttgart geben. Am Freitag unterzeichneten die Stadtwerke Stuttgart (SWS) und die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) eine Vereinbarung, Photovoltaik-Dachanlagen und Mieterstrom für 9000 Wohnungen realisieren zu wollen. Auf allen bestehenden und neuen Dächern sollen dafür Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Das Gesamtpotenzial schätzen sie auf 9000 Wohnungen und eine Installation von 25 Megawatt Photovoltaik-Leistung. Jährlich sollen demnach Photovoltaik-Dachanlagen mit drei bis fünf Megawatt installiert werden.

Der erzeugte Solarstrom soll dann genutzt werden, um den Mietern der Wohnungen einen vergünstigten Ökostrom-Tarif anzubieten, wie es weiter hieß. Er wird als Photovoltaik-Mieterstrom angeboten. In diesem Sommer soll mit der Installation der ersten Photovoltaik-Anlagen begonnen werden.

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ZSW und Ecoclean planen Serienfertigung für Elektrolyseure in Baden-Württemberg

Das Projekt „EcoLyzer BW“ startet im Januar und will eine international wettbewerbsfähige Produktion von Elektrolyseuren etablieren. Rund 80 Anlagen pro Jahr sollen künftig am Standort Dettingen gefertigt werden, die dann für den internationalen Markt zur Verfügung gestellt werden.

Im Januar startete das Projekt „EcoLyzer BW“, an dem das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und das Unternehmen Ecoclean beteiligt sind. Ihr Ziel ist der rasche Aufbau von Fertigungskapazitäten, um basierend auf den technologischen Entwicklungen des ZSW, ein international wettbewerbsfähiges Systemprodukt zu entwickeln. Ecoclean solle künftig rund 80 Anlagen pro Jahr am Standort Dettingen fertigen, die dann für den internationalen Markt zur Verfügung gestellt werden. Mit der Produktion erster Anlagen soll ab 2023 begonnen werden, wie das ZSW am Mittwoch mitteilte. Es wäre die erste Serienproduktion von Elektrolyse-Systemen in Baden-Württemberg. Rund 200 Arbeitsplätze könnten nach dem Hochlauf der Produktion an dem Standort entstehen. Das Landumweltministerium fördert das Projekt „EcoLyzer“ bis 2024 mit 2,1 Millionen Euro.

Das ZSW arbeitet bereits seit zehn Jahren an der Entwicklung der technologischen Grundlage für die Systemtechnik für die Alkalische Wasser-Elektrolyse (AEM) in der 1-Megawatt-Leistungsklasse. Es handele sich um eine Alkalische Druckelektrolyse. Der Elektrolyseur werde dabei mit jeweils zwei Blöcken mit 0,5 Megawatt Leistung ausgestattet. Bei einer Effizienz von rund 70 Prozent könnten dem ZSW zufolge etwa 20 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde auf einem Druckniveau von 16 bar hergestellt werden. Die 20 Kilogramm reichten in etwa für die Tankfüllung von vier Brennstoffzellen-PKW oder von einem Brennstoffzellen-Bus pro Stunde. Nach dem Baukastenprinzip lasse sich die Leistung der Elektrolyseure skalieren. Der Marktpreis für die Alkalische Elektrolyse liegt für ein Komplettsystem liegt dem ZSW zufolge aktuell bei etwa 1 bis 1,5 Millionen Euro für eine 1 Megawatt-Anlage.

Die Forscher setzten dabei von Anfang an auf die Alkalische Elektrolyse, da es sich um eine erprobte und robuste Technologie handele. „Sie ist technisch gut auch in große Leistungsklassen skalierbar“, erklärte Marc-Simon Löffler, Leiter des Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren. „Aber insbesondere kommt die Alkalische Elektrolyse im Gegensatz zu anderen Elektrolysetechnologien (PEM-Elektrolyse beziehungsweise Hochtemperaturelektrolyse) ohne den Einsatz von ressourcenkritischen Edelmetallen und seltenen Erden aus. Das macht sie einerseits günstiger, andererseits sind keine Rohstoffengpässe beim Markthochlauf zu erwarten“, so Löffler weiter.

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Enervis: Ziele der Ampel-Koalition lassen Strompreise und CO2-Emissionen sinken

Die Analysten haben die Auswirkungen der ambitionierteren Ziele der Ampel-Regierung auf den Strommarkt untersucht. Der Stromsektor wird seinen CO2-Klimazielen bis 2030 damit nahe kommen. Zugleich entsteht jedoch auch ein Bedarf an zusätzlich 16 Gigawatt an Gaskraftwerken. Gleichzeitig erwarten die Analysten, dass der Strompreis mit 2030 unter dem bisherigen Referenzszenario liegen wird.

Die neue Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP hat sich ambitioniertere Klimaziele gesetzt als die Große Koalition. So wird unter anderem eine Verdoppelung des Photovoltaik-Zubaus auf 200 Gigawatt bis 2030 angestrebt sowie möglichst ein Kohleausstieg bis 2030 statt 2038. Enervis Energy Adivors hat die neuen energiewirtschaftlichen Zielwerte für 2030 der Ampel-Koalition nun in ihre Prognose für die Strompreis- und Strommarktentwicklung am deutschen Großhandelsmarkt einfließen lassen.

„Unsere Strommarktmodellierungen zeigen, dass die energiewirtschaftlichen Zielpfade des Koalitionsvertrages zu einer deutlichen Minderung der CO2-Emissionen in der Stromerzeugung bis 2030 führen“, so Mirko Schlossarczyk, Partner und Strommarktexperte der Enervis. Der CO2-Ausstoß des Kraftwerksparks werde sich deutlich auf unter 100 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2030 reduzieren. Damit liege es in Reichweite des sektoralen Zielwertes des Klimaschutzgesetzes, so Schlossarczyk weiter.

Gleichzeitig gehen die Berliner Analysten davon aus, dass sich die Bruttostrom-Nachfrage auf mehr als 700 Terawattstunden erhöhen wird. Damit werde Deutschland in den kommenden Jahren im Jahressaldo vom Stromexporteur zum Stromimporteur. Dies liegt vor allem in der geplanten Elektrifizierung des Wärme- und Verkehrssektor begründet sowie am Hochlauf des Wasserstoffs für die Industrie. Dennoch erwarten die Analysten in ihrem „Szenario Koalitionsvertrag“, dass der Day-ahead-Jahresbasestrompreis 2030 mit etwa 14 Euro pro Megawattstunde niedriger liegen wird als im Referenzszenario, wie Schlossarczyk auf Nachfrage von pv magazine erklärt.

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Größtes Photovoltaik-Kraftwerk der Schweiz entsteht für Direktversorgung einer Raffinerie

Der Solarpark mit 7,7 Megawatt soll unter Berücksichtigung der Artenschutzbestimmungen entstehen. Insgesamt 19.000 Solarmodule der neuesten Generation des CSEM sollen Solarstrom für die Versorgung der einzigen Raffinerie des Landes erzeugen und mehr als 60 Prozent des Bedarfs decken.

Die Varo Energy Group und Groupe E haben den Bau der bislang größten Photovoltaik-Freiflächenanlage in der Schweiz angekündigt. Das Kraftwerk soll eine Leistung von 7,7 Megawatt haben. Insgesamt 19.000 Solarmodule der neuesten Generation vom Schweizer Forschungsinstitut CSEM sollen dafür unter Berücksichtigung der Artenschutzbestimmungen installiert werden.

Das Photovoltaik-Kraftwerk entsteht in unmittelbarer Nähe der von Varo betriebenen Raffinerie in einem Industriegebiet in Cressier. Über Wechselrichter und Transformatoren werde der Solarstrom direkt in das Mittelspannungsnetz der Raffinerie eingespeist und direkt dort verbraucht. Die geschätzte jährliche Erzeugung liegt bei 8,4 Gigawattstunden. Damit könnten mehr als 60 Prozent des Strombedarfs der Raffinerie gedeckt werden.

Die Fertigstellung der Photovoltaik-Anlage ist für November 2022 vorgesehen. Die Investitionskosten belaufen sich nach Angaben der Unternehmen auf etwa 6,5 Millionen Schweizer Franken. Nach Bauabschluss soll das Gebiet für Wildtiere zugänglich sein. Zudem seien weitere Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt geplant, die Vögel und Säugetiere schützen sollen, wie es weiter hieß. Aufgrund von vorhandenen hohen Hecken und Bäumen sei der Solarpark zudem dann kaum sichtbar.

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Baden-Württemberg fördert 5 Agri-Photovoltaik-Anlagen mit 2,5 Millionen Euro

Die Anlagen sollen Solarstrom- und Obsternte an einem Ort kombinieren. Das Fraunhofer ISE wird das Projekt leiten und gemeinsam mit der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl die 5 Anlagen mit mindestens 1650 Kilowatt Leistung realisieren.

Im April wird es die erste Innovationsausschreibung geben, die sich speziell an Agri-, Floating- und Parkplatz-Photovoltaik-Projekte richtet. Bereits am Donnerstag gaben das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium von Baden-Württemberg bekannt, dass sie 5 Modellanlagen für Agri-Photovoltaik mit insgesamt etwa 2,5 Millionen Euro bis 2024 fördern werden. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE werde das Projekt leiten. Zusammen mit der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl sei geplant, die 5 Agri-Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt mindestens 1650 Kilowatt Leistung in Ravensburg, Weinsberg, Karlsruhe, Kressbronn und Nußbach zu realisieren.

Der Schwerpunkt liege auf der Kombination von Photovoltaik-Erzeugung mit Kernobst- und Beerenanbau. Die Agri-Photovoltaik-Anlagen würden dabei nicht nur zu Forschungszwecken gebaut und teilweise in bereits bestehende Betriebe integriert. „Die Agri-PV bietet einen sehr interessanten Ansatz mit einer dreifachen Rendite“, betonten Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker und Landwirtschaftsminister Peter Hauk. „Mit der Agri-PV wird nicht nur wertvolle Fläche eingespart, sondern gleichzeitig auch noch Sonne und Obst geerntet.“ Der Bau und die Analyse der Pilotanlagen diene dazu, Potenziale und Hindernisse bei Agri-Photovoltaik zu identifizieren sowie die Entwicklung der Technologie voranzutreiben. Die Bedeckung der Anbauflächen mit Solarmodulen verändere das Mikroklima. Dies habe wiederum positive Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und die Temperaturen. Am Ende könnte damit der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert und die biologische Vielfalt gestärkt werden, wie die Ministerien hoffen.

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2021: Ein rekordverdächtiges Jahr für die europäische Solarenergie – Zeit für mehr Ehrgeiz!

Kurz vor den Feiertagen hat die Europäische Kommission die neuesten Teile ihres „Fit for 55“-Gesetzgebungspakets vorgestellt. Die Pläne zielen darauf ab, den Kontinent auf Kurs zu bringen, um die CO2-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren. Zu diesen zusätzlichen Vorschlägen gehören das Wasserstoff- und das dekarbonisierte Gaspaket sowie eine Überarbeitung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBDII).

Die Solarbranche kann sich von diesen neuen Vorschlägen der Europäischen Kommission begeistern lassen. Die besondere Rolle von „erneuerbarem“ Wasserstoff wird durch eine neue Definition von „kohlenstoffarmem“ Wasserstoff sichergestellt, während Vorschläge zur Schaffung eines offenen und integrierten Marktes für Wasserstoff die Verbraucher stärken und letztlich die Entwicklung von erneuerbarem Wasserstoff fördern werden. Die Förderung von erneuerbarem Wasserstoff dürfte die Entwicklung der Photovoltaik und anderer erneuerbarer Energien weiter vorantreiben.

Ein klarer Vorteil für die Solarenergie ist, dass die EPBDII den Einsatz von Solarenergie und Speicher-Anlagen bei der Sanierung von Gebäuden unterstützen wird. Nach der Verabschiedung der Richtlinie, die durch das Europäische Parlament und den Europäischen Rat verhandelt wurde, sollen auch neu vorgeschlagene Gebäudestandards die Installation dezentraler Energieressourcen in neuen Gebäuden begünstigen – insbesondere durch einen Null-Emissions-Gebäudestandard. In einem konstruktiven Schritt können wir einen europäischen Rahmen erwarten, um die Sanierung der Gebäude mit den schlechtesten Werten zu beschleunigen. Das Ziel ist, bis 2050 einen emissionsfreien Gebäudebestand zu erreichen. Ein neues europaweites gemeinsames Muster für Energieausweise sollte die unterschiedlichen Ansätze der EU-Mitgliedstaaten bei den Energie-Vorschriften harmonisieren, könnte aber letztlich auch die Rolle dezentraler Energiequellen wie Photovoltaik-Anlagen in Privathaushalten oder bei kleinen und mittelständischen Unternehmen stärker würdigen. Vergessen wir nicht, dass heute mehr als 90 Prozent der Dächer in der EU ungenutzt sind, obwohl sie den Kampf gegen den Klimawandel mit Solaranlagen unterstützen könnten.

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Reaktionen auf Habecks Ankündigungen: Dringlichkeit erkannt

Die Vorstellung der Pläne des neuen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck für ein Klimaschutz-Sofortprogramm hat viel Echo bei Verbänden, aber auch bei Ländern hervorgerufen. Unisono wird begrüßt, dass die Ampel-Regierung bei der Energiewende aufs Tempo drücken will. Doch den hohen Erwartungen müssen nun auch Taten folgen. Noch vor der Sommerpause soll das „Osterpaket“ beschlossen werden.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat die Ankündigung der Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne) begrüßt, noch vor Ostern ein „Solar-Beschleunigungspaket“ im Bundeskabinett beschließen zu wollen. „Die neue Bundesregierung scheint die Schlüsselrolle der Solarenergie bei der Lösung der Klimakrise und die Dringlichkeit von Kurskorrekturen erkannt zu haben. Die Branche setzt hohe Erwartungen in sie und hofft auf eine schnelle Entfesselung der Solarenergie. Jetzt kommt es darauf an, dass im angekündigten Solar-Beschleunigungspaket schnell die wichtigsten Marktbarrieren beiseite geräumt werden“, erklärte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar.

Photovoltaik-Unternehmen hatten zuvor die im Koalitionsvertrag vorgesehenen Pläne der Ampel-Regierung bereits mit Schulnoten bewertet. Im Schnitt kommt die neue Bundesregierung auf eine 2-. Nach Angaben des BSW-Solar beteiligten sich 240 Unternehmen, wovon 14 Prozent ein „sehr gut“ vergaben, 51 Prozent ein „gut“, 20 Prozent ein „befriedigend“ und jeweils 5 Prozent ein „ausreichend“ oder „mangelhaft“. Insgesamt hohen Zuspruch habe es für die Pläne gegeben, die installierte Photovoltaik-Leistung auf 200 Gigawatt bis 2030 steigern zu wollen, alle Marktbarrieren abzubauen sowie Netzanschlüsse, Zertifizierungen, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Besonders wichtig sei aus Sicht der Teilnehmer, dass es dazu eine EEG-Blitzreform gebe, um die Vorhaben zeitnah umzusetzen.

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) begrüßt vor allem das Ziel, den Strommarkt bis 2035 vollständig zu dekarboniseren. Dazu müssten allerdings bestehe Hemmnisse konsequent abgebaut werden, um den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik rasch zu beschleunigen. Der bne fordert auch, den Strommarkt umfassend zu modernieren, flexibilisieren und digitalisieren. „Jetzt müssen alle an einem Strang ziehen: Bundesländer und Kommunen ebenso wie Netzbetreiber und der Artenschutz. Der Fahrplan ist ehrgeizig, aber machbar. Besonders schnelle Erfolge können bei der Photovoltaik erzielt werden. Ein Zubau von 200 Gigawatt bis 2030 ist realistisch, wenn bestehende Fesseln konsequent gelöst und Bürokratie abgebaut werden“, kommentiert bne-Geschäftsführer Robert Busch.

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